
Unbekanntes Gewässer - was tun ?
Share
Einen unbekannten Bach erkunden – Eine Geschichte über das Abenteuer des ersten Wurfs
Es war ein frischer aber schöner Morgen im Frühling, als ich den kleinen Bach in der Eifel beschloss, ein neues Gewässer von dem ich nur durch Zufall gehört hatte, und welches kaum auf einer Karte verzeichnet war und in Vergessenheit geraten zu sein, das erste Mal mit der Fliege zu befischen. Genau das faszinierte mich enorm. Mit meiner Fliegenrute in der Hand und einer Handvoll Fliegen in der Box stand ich nach längerer Suche schließlich am Ufer. Die Herausforderung war klar: Wie fischt man einen Bach, den man noch nie zuvor gesehen hat?
Der erste Blick – Lesen des Wassers
Ich blieb stehen und ließ meinen Blick über das Wasser gleiten. Der Bach war schmal, kaum drei Meter breit, hatte aber durchaus tiefe Züge, sofern es bei dem leicht erhöhten Wasserstand zu sagen war. Kleine Strömungen ziehen sich ab, und einige Stellen bilden weiße Wirbel hinter Steinen. „Klassische Hotspots“, dachte ich mir. Doch bevor ich über den ersten Wurf nachdachte, nahm ich mir Zeit, das Wasser zu beobachten. Wo könnten Fische stehen? Welche Insekten waren unterwegs? Ich sah eine kleine Eintagsfliege „Falsche Märzbraune“ (Ecdyonorus venosus) über die Oberfläche tanzen – zwar ungewöhnlich für die Frühjahrszeit, aber ein erster Hinweis für die Wahl meiner Fliege.
Der Plan – Schritt für Schritt vorgehen
Ein unbekannter Bach ist wie ein Rätsel, das gelöst werden will. Ich beschloss mich, systematisch vorzugehen: klassisch von unten nach oben fischen (stromauf), um die Fische nicht durch meine Schritte oder Würfe zu verschrecken. Meine erste Wahl fiel auf eine kleine Trockenfliege – eine Märzbraune in Hakengröße #16. Sie ist ein Klassiker, der in jede Fliegendose gehört und funktioniert eigentlich fast immer. Doch bevor ich den ersten Wurf machte, prüfte ich meine Umgebung: tief hängende Äste, Sträucher am Ufer und glitzernde Steine – alles potenzielle Stolperfallen und „Feinde“ für Fliege und Vorfach.
Der erste Wurf – Geduld zahlt sich aus
Ich setzte den ersten Wurf vorsichtig an und ließ die Fliege sanft auf der Oberfläche landen. Nichts passierte. Kein Zupfen, kein Aufblitzen unter der Wasseroberfläche. „Geduld“, erinnerte ich mich selbst. Ich wechselte die Position leicht und versuchte es erneut – diesmal mit einer Steinklammerer-Nymphe, da vielleicht die Fische tiefer standen. Und tatsächlich: Nach ein paar Würfen spürte ich ein leichtes Zucken in der Schnur. Eine kleine Bachforelle hing an der tief geführten Nymphe! Kein Riese, aber ein Erfolg – allerdings nicht unbedingt ein Indikator für die „fängige Fliege“ des Tages.
Lernen aus dem Unbekannten
Während des Tages lernte ich mehr und mehr über das Gewässer: Wo hier die Fische standen, welche Fliegen sie bevorzugten und wie sich die Strömung verhielt. Ich entdeckte tiefe Gumpen, wo vermutlich größere Forellen lauerten, und flache Rieselstrecken voller quirliger Jungfische. Jeder neue Abschnitt war eine Lektion – nicht nur über das Gewässer selbst, sondern auch über meine eigene Herangehensweise. Obwohl ich bereits seit Jahrzehnten mit der Fliege fische, scheinen einige Dinge immer wieder wie „neu“ zu sein.
Die Erkenntnis – Das Abenteuer zählt
Am Ende des Tages saß ich am Ufer und ließ die Watschuhe im Wasser baumeln. Der Erfolg lag nicht nur in einigen gefangenen Forellen, sondern auch in der Erfahrung: Ein unbekannter Bach ist wie ein neues Kapitel in einem Buch voller Geschichten. Es lehrt dich Geduld, Beobachtungsgabe und den Mut, Neues auszuprobieren.
Wenn du auch das nächste Mal an einem unbekannten Gewässer stehst, erinnerst du dich daran: Lies das Wasser wie eine Landkarte, sei flexibel in deiner Technik und genieße jede Überraschung, die dir das Abenteuer bietet. Bleib entspannt und wechsle deine überlegt, wenn überhaupt, mach dir über Zusammenhänge Gedanken, und beim Nymphenfischen über die Tiefe in der du fischen möchtest und tatsächlich fischst! Wichtig! Denn manchmal ist es nicht der Fang selbst, sondern der Weg dorthin, der zählt.
Um erfolgreich an einem unbekannten Bach zu angeln, sind folgende Strategien besonders effektiv:
Um erfolgreich an einem unbekannten Bach zu angeln, sind folgende Strategien besonders effektiv:
1. Das Gewässer lesen
- Beobachte die Strömung, tiefe Gumpen, Rieselstrecken und Hindernisse wie Steine oder Äste. Diese Strukturen geben Hinweise darauf, wo sich Fische aufhalten könnten.
- Achte auf Insektenaktivität und wähle passende Fliegen oder Köder basierend auf den vorherrschenden Arten.
2. Systematisch vorgehen
- Arbeite dich von unten nach oben durch den Bach, um die Fische nicht zu verschrecken.
- Beginne mit nahen Würfen und arbeite dich schrittweise zu weiter entfernten Spots vor.
3. Die richtige Technik wählen
- Nutze Techniken wie Euronymphing für tief stehende Fische oder eine Trockenfliege-Nymphen-Kombination (Dry Dropper) für verschiedene Wasserschichten.
- Passe die Köderführung an: In ruhigen Abschnitten sanft präsentieren, in turbulenten Bereichen auffälligere Fliegen verwenden.
4. Flexibilität bei der Montage
- Teste verschiedene Montagen, z. B. eine einzelne Nymphe oder eine Kombination aus Trockenfliege und Nymphe.
- Beobachte die Reaktionen der Fische und passe deine Strategie entsprechend an.
5. Geduld und Anpassung
- Gib jeder Technik ausreichend Zeit (30–60 Minuten), bevor du sie wechselst.
- Beobachte das Verhalten der Fische: Wenn sie z. B. nur den Bissanzeiger attackieren, ist es Zeit für eine Trockenfliege.
Mit diesen Strategien kannst du nicht nur erfolgreich angeln, sondern auch viel über das Gewässer lernen und deine Technik verbessern.
Wenn ihr Fragen zum Thema habt- ruft an! Auch direkt vom Wasser!